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Zeitgeschehen & Kirche
"Zu viele Priester – nicht genug
Propheten"
Endlich
hat es einer aus den eigenen Reihen gesagt: Pfarrer Roland
Breitenbach aus Schweinfurt schreibt in seiner Kolumne
"Ortsgespräch" im markt vom 2.3.2005: "Es gibt zu viele
Priester." Und er ergänzt: "Aber es gibt nicht genug Propheten."
Er
sagt auch, warum er sich Propheten wünscht: "Ihre schwierige Aufgabe
besteht darin, einen überfälligen Um- oder Abbau durch ihre Kritik
in die Wege zu leiten. Deswegen sind in der Kirche die Priester
beliebt, die Propheten sind es nicht. Zu allen Zeiten waren es aber
prophetische Menschen, die sich gegen lebensfeindliche Denkmuster,
unbarmherzige Vorurteile und eine erstarrte Religion gestellt
haben."
Der Pfarrer rechnet bereits mit
Angriffen aus den eigenen Reihen, weil er diese Wahrheit ausspricht.
Aber er meint dennoch, in seiner Kirche bleiben zu müssen, um sie
"radikal zu verändern". Was er noch nicht gemerkt hat ist, dass er
eine Institution verändern will, die Jesus von Nazareth nie
gegründet hat und die inzwischen auch so erstarrt ist, dass sie für
Veränderungen aus dem prophetischen Geist völlig ungeeignet ist und
sich dagegen sperrt. So schrieb der bekannte Kirchenkritiker
Karlheinz Deschner: "Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr
retten, sondern nur noch sich und andere vor ihr." (Der
gefälschte Glaube, S. 171).
Wir wünschen
deshalb immer mehr Menschen den Mut zu diesem Schritt - heraus aus einer Institution, die die Lehre
des Nazareners seit 1700 Jahren permanent verriet und bis heute
verrät: Jesus von Nazareth hat ein inneres Christentum gelehrt und
keine Dogmen und Riten mit magischen Beschwörungsformeln. Er hat
auch keine Machtkirche gegründet, die bei Kreuzzügen und
Hexenverfolgungen Millionen Menschen umbringen ließ. Vielleicht
hilft so manchem Zeitgenossen auch ein Blick in die
Johannes-Offenbarung der Bibel, in der es bekanntlich heißt: "Gehet hinaus von
ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts
empfangt von ihren Plagen!" (Ofb. 18,4)
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